Das Tor der Tränen

Nach neun Tagen in Djibouti ist das erhoffte Wetterfenster da! Ein kräftiger Südwind soll uns durch die Meerenge zwischen Jemen, Djibouti und Eritrea tragen.

Bab El Mandab, das Tor der Tränen, heißt diese Wasserstraße, die nie einfach zu durchsegeln war und dieser Tage ihrem Namen wohl eine besonders traurige Ehre macht.

Zusammen mit dem halben Ankerfeld brechen wir früh morgens in Djibouti auf, um abends bei Einsetzen des Südwindes am Bab El Mandab zu sein. Der Plan geht auf. Erst motoren wir, dann motorsegeln wir und dann können wir unter vollem Tuch dahinrauschen.

Wir überholen die deutsche DAPHNE zu einem netten Zeitpunkt: Michael kann ein tolles Foto von der Pami vor dem Tor der Tränen machen!

Die Nacht wird knackig aber schnell. Wir binden das zweite Reff ein, bevor die Freiwache schlafen geht und kommen damit gut durch. Allerdings müssen wir, damit der Druck auf die Segel nicht zu groß wird, mitten in der Nacht die Schifffahrtsstrasse queren um einen passenden Windwinkel zu halten. Das war eigentlich nicht geplant, ist aber kein Problem da hier dieser Tage nur ganz wenig Frachter unterwegs sind.

Weiter geht’s mit gepflegtem Tempo, vorbei an Willem auf Rambler und bis in die sicheren Gewässer nördlich von Jizan, in Saudi-Arabien.

Nach Tag drei liegt das Krisengebiet endlich hinter uns, was für ein gutes Gefühl! Jetzt müssen wir uns nur noch den, meist ungemütlichen, Winden im Roten Meer stellen. Es geht auch prompt los! Irgendwer knipst den Schalter und der Wind ist weg… Mollie holt uns ein, während wir langsam Motorsegeln und kommt, für ein paar Stunden, sogar in Sichtweite.

Dann kann der Gennaker wieder zum Einsatz kommen, bis die nächste Flaute uns wieder zwingt, zu motoren.

Petri Dank! Passend zu Karfreitag holt uns JD einen schönen Thunfisch an Bord! Zuvor hatte ein junger Mahi Mahi angebissen, den haben wir aber wieder entkommen lassen. Es ist einfach zu traurig, seinen verwitweten Partner noch im Meer zu wissen und er war sowieso noch viel zu klein.

In der Nacht zum Ostersonntag schlägt der Wind dann nochmal so richtig Kapriolen! Von jetzt auf gleich kachelt er von Norden auf uns nieder. Dazu noch 2 bis 3 Knoten Strömung genau gegenan – da können wir nicht gegen halten und müssen nach Osten auf die Riffe zu drehen. Eine ungemütliche Nacht, in der um jedes Grad Nord gekämpft wird, folgt. Die Hoffnung auf ein Geburtstagsdinner in der Marina muss ich leider begraben. Seufz.

Die Windvorhersagen sind absurd! Statt Südost kommt Nordwest und ähnliches… Wir üben uns in Geduld und backen einen Hefeosterhasen. Irgendwie geht es ja immer voran!

Schließlich laufen wir am frühen Nachmittag des ersten April in die Jeddah Yacht Club Marina ein!

Und wieder liegt die Pami neben Mollie – ein vertrautes Bild, aber diesmal vor absolut traumhafter Kulisse!

2 Kommentare zu „Das Tor der Tränen

  1. Hallo an die Crew der Jajapami,wir haben eure Reise ab Phuket verfolgt. Wir wollen im nächsten Jahr durchs Rote Meer gehen und sind sch

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