Bali, Eric, Visa und Proviant

Wir müssen unsere Visa verlängern und Proviant aufstocken. In den touristischen Süden von Bali wollen wir nicht und es gibt dort eh kaum Möglichkeiten, sein Boot zu parken. Viele Segler laufen den Norden an, so auch wir.

Von Medana geht es erst einmal nach Senggigi. Das liegt auf Lombok um die Ecke und hat einen Supermarkt mit vielen europäischen Produkten. Käse, Milch und Pasta wären toll und natürlich auch, noch ein bisschen was anderes von Lombok zu sehen, als nur die Marina. Nachdem wir ein mittelmäßiges Ankerplätzen auf 20 m gefunden haben (das ist ganz schön tief und braucht 60 m Kette plus Hahnepoot!) versuchen wir, in dem immer höher werdenden Schwell an Land zu kommen. Dummerweise ist der auf den Satellitenbildern zu sehende Anleger mittlerweile zerbröselt. Am Strand brechen die Wellen und überall planschen und paddeln Leute herum. Da können wir Dinghi nicht beachen.

Vielleicht war die Idee herzukommen doch nicht so schlau? Aber Geduld zahlt sich auch hier wieder aus: nachmittags schläft der Wind, wie so oft, ein und die See beruhig sich. Wir können vorsichtig zwischen den letzten Schwimmern hindurch zum Strand und recht komfortabel an der Landleine eines Fischerbootes vertäuen. Zwei Männer stellen sich vor und bestätigen, dass es kein Problem ist, dort fest zu machen und versprechen auch auf unser Dingy aufzupassen. Perfekt! Wir kaufen für die Jungs auch noch zwei neue T-Shirts und die Freude ist groß.

Es ist Sonntag, das ist auch hier der arbeitsfreie Tag der Woche. Daher schlendern wir durch Menschenmassen, die auf ihren Mopeds den Strand verlassen, Richtung Zentrum.

Wir finden ein nettes Restaurant gleich neben dem Supermarkt und packen danach unsere Einkaufstaschen so voll, dass wir sie gerade, mhhh, nicht mehr zum Boot schleppen können. Ein Taxi bringt uns zum Strand und zusammen mit Obst und Nudeln, wandert auch eine Menge schwarzer Sand auf die Pami. Die Männer sind auch noch da und haben ein Auge auf JaJapamiti gehabt. Dafür haben wir ein Kilo Trauben mitgebracht, sehr zu Freude der beiden.

Anker auf in Senggigi. Als hätten wir auf einer Müllkippe übernachtet.

Am nächsten Tag machen wir mit perfektem Wind ´rüber nach Bali. 25 kts halber Wind läßt uns flitzen! An Balis Nordostecke frischt er noch weiter auf 30 Knoten auf und hoppala!, das Groß ist ja gar nicht gerefft! Ist vielleicht ein bisschen viel für volles Tuch?! Schnell drehen wir in den Wind und holen es gleich ganz ein. Geht gut, ist aber ordentlich anstrengend, da sich ganz schön Seegang aufgebaut hat.

Zehn Minuten später sich wir froh, dass es unten ist, denn es wird noch heftiger. Fünfzehn Minuten später schaltet irgendjemand den Wind plötzlich ab und wir die Motoren wieder an… So läuft das halt hier.

Wir wollen nach Lovvina, denn dort ist die Imigrasi, die Immigration, wo unsere Visa verlängert werden müssen. Aufgrund unseres etwas spontanen Einklarierens in Labuan Bajo hat JD ein elektronisches Visum und wir drei anderen ein Visum on Arrival. Das heißt wir müssen zur Behörde hin, während JD seine Verlängerung online beantragen kann.

Die Bucht vor der Imigrasi erweist sich als ziemlich schwieriger Ankerplatz. Sehr tief geht direkt über in sehr flache Korallenplateaus. Die Seekarte ist, wie überall hier, ziemlich falsch und gibt nicht viel her. (In den letzten Wochen haben wir angeblich des öfteren an Land geankert und solche Späße.) Normalerweise helfen Luftbilder von Google, Apple, NASA oder anderem, Riffe und Korallenköpfe zu erkennen, aber über dem schwarzen Sand von Bali ist nichts zu sehen.

Wir tasten uns also vorsichtig ran und JD dreht geduldig eine halbe Stunde lang Kreise, um selber eine kleine Karte mithilfe der Echolotaufzeichnung zu erstellen. So finden wir ein ebenes Plateau auf 16 Metern, wo der Anker dann auch prima hält.

Erics Dolphin Restaurant hat gute Kritiken, daher machen wir zum Abendessen unser Dinghi neben dem Boot fest, das seinen Namen trägt und trudeln in sein Restaurant.

Eric mit Familie

Was für ein Glücksgriff! Das Essen ist lecker und nach dem ersten Geplauder ruft er gleich eine Freundin an, die als Agentin für die Immigration fungiert. Sie kommt früh am nächsten Vormittag und nimmt die Pässe an sich. Wir müssen nur noch einmal selber ins Büro, für Fotos, Fingerabdrücke und Unterschrift. Die Pässe bekommen wir 24 Stunden später von Eric ausgehändigt. Wir wissen von anderen Booten, die zwei mal in vier Tagen stundenlang dort warten mussten!

Reisfelder hinter seinem Restaurant

Außerdem leiht er uns sein Auto, damit wir weiteren Proviant für den Weg nach Singapur bunkern können und hilft tatkräftig, zusammen mit seinen Leuten, den ganzen Kram ins Dinghi zu verladen. Ein guter Mann, der mit dem Restaurant und einigen Booten für Delphintouren mit Touristen in dreizig Jahren schon viel erreicht hat. Wir hoffen, dass er auf unseren Rat hört und ein paar Mooring-Bojen und ein kleines Dinghidock für Segler, wie uns installiert! Das wäre ein echter Gewinn für alle Beteiligten!

Er holt unser Dinghi ran.
Proviant bis Singapur, erste Hälfte

Herzlichen Dank an Eric und seine Mitarbeiter und Familie für die tolle Zeit, leckeres Essen und die unglaublich große Hilfe, die uns zu teil wurde! Wir hoffen, dass in Zukunft die Segler an diesem Platz eine Mooring haben können und nicht Mehreinnahmen Lovina ankern werden.

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