Zweieinhalb Wochen sind wir in Medana Bay Marina auf Lombok. Zum ersten Mal seit Tahiti schwimmen wir wieder mitten im Strom der Weltumsegler. Ich genieße das! Jeden zweiten Abend lernen wir, in dem kleinen Marina-Restaurant, ein neues Boot, eine neue Crew kennen. Endlich gibt es auch wieder andere boat kids zum spielen!

Hinter dem Marina-Gelände gibt es nicht viel zu entdecken. Das Dorf ist schlicht, die Mini-Märkte auch. Köstliche Bananen, Mangos und Tomaten gibt es hier und hinter der gelben Brücke, bei der herzlichen Muslima, finde ich sogar Weizenmehl und Kartoffeln!
Der Verkehr ist erwartungsgemäß gruselig und der Müll überall furchtbar. Teilweise liegt säckeweise Abfall gleich neben der Straße, von Hunden und Hühnern zerwühlt.
Eine organisierte Müllabfuhr gibt es wohl nicht. Ständig brennen überall kleinere und größere Müllfeuer und wir lernen schnell, sofort nach drinnen zu flüchten und alle Luken zu schließen, wenn uns eine Wolke aus verbranntem Plastik und sonstigem Abfall erreicht.
Der schönste Tag in Lombok ist der Besuch im nahegelegenen Wildlife Resort. Wir haben eine Begegnung mit Kiki, dem Orangutan-Mädchen gebucht, aber nicht damit gerechnet, dass wir so viele Tiere füttern und streicheln dürfen!
Natürlich kann man die Haltungsbedingungen in Zoos im Allgemeinen und im Besonderen bei diesem, kontrovers diskutierten. Das tun wir aber einfach mal nicht! Ganz undeutsch genießen wir einfach nur, weil der Kontakt mit den Tieren uns allen so viel Freude macht!








Als wir die Binturungs, Waschbärverwante, begeistert mit den gerettet Resten des Körbchens über die Mauer hinweg füttern, lässt uns der Pfleger kurzerhand in das Gehege!















Bevor wir uns wieder auf den Weg machen, gibt es noch ein paar nette Events. Auf dem Marinagelände wird ein Hochzeitsempfang ausgerichtet. Viel Aufwand und Dekoration – wir befürchten schon eine riesen Party bis in die frühen Morgenstunden! Tatsächlich ist vor 22 Uhr schon alles vorbei und laute Musik gibt es gar nicht…



Ganz süß waren die badenden Pferdchen direkt vor unserer Haustür. Sie haben das Planschen im Meer so richtig genossen!

Ich persönlich finde die folgende Aktion besonders gut: Australischen Tierärzte und Studenten ziehen durch einige Inseln hier und sterilisieren Straßenhunde. In Medana wird kurzerhand das open air office in einen OP Saal verwandelt. Vom Moped aus werden die Hunde mit Blasrohr und Pfeilen betäubt, hergebracht und sterilisiert. Die Studenten können praktische Erfahrungen sammeln und die Hundepopulation wird etwas eingedämmt. Super Sache! Zehn Weibchen aus dem Dorf haben sie an einem Tag geschafft.

Und dann war ich noch im Mast um eine Antenne zu richten. An der Befestigung ist allerdings ein Art Klemmschelle komplett verschwunden. Ob ein Adler in Komodo versucht hat daran niederzulassen? Möglich wäre es. Ich kann hier leider nur mit Tape provisorische Reparaturen machen. Das muss halten bis wir ein Ersatzteil bekommen können. (Ein Satz den wir schon viel zu oft verwendet haben! 😁)



Andere Reparaturen müssen warten bis wir in Singapur oder Phuket sind. Hier gibt es zwar Hendro, einen hervorragenden Mechaniker, der sich auch um unseren verreckten Generator gekümmert hat (der war ja angeblich in Coomera mit einer kompletten Revision wieder „wie neu“ gemacht worden — was für ein Betrug!), aber das ausgeschlagene Ruderlager ist kein Notfall und wartet daher lieber noch ein bisschen.
Am 30. September machen wir uns wieder auf den Weg. Über Bali, Kalimantan und Belitung soll es Richtung Singapur gehen. Unsere Visa konnten wir noch einmal um 30 Tage verlängern, das heißt bis Anfang November müssen wir Indonesien verlassen haben. Jetzt beginnt der Spagat, den alle Segler an dem Punkt machen müssen: möglichst wenig Nachtfahrten wegen der Fischer, Netze und Flöße, möglichst viel segeln trotz der wankelmütigen Winde und Strömungen hier und trotzdem rechtzeitig ankommen!
Auf gehts, knapp 900 spannende Seemeilen liegen vor uns!

Mo
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