Ich muss leider sagen, dass ich, seit wir beschlossen hatten, nochmal Proviant zu bunkern, einen ziemlichen Horror vor diesem Tag hatte. Am Ende war es okay, aber kein Spass.
Nach dem Frühstück alle man ins Dinghi und auf der Fahrt zum Dock – gegen die mächtige Strömung – erstmal eine gepflegte Salzwasserdusche abholen. Dann trennt sich die Crew in Waschsalon und Supermarkt.
Wir packen unseren Trolly bis zur Bruchlastgrenze mit allem voll, was wir auf der Überfahrt brauchen und was es vielleicht in Asien so bald nicht geben wird. Sollen wir wirklich noch Sojasauce kaufen? Okay, sie ist leer, aber das ist doch wie Eulen nach Athen tragen! Und wieviel Kilogramm Pasta nehmen wir jetzt? Reichen acht Kilo Mehl, oder doch besser zwei von den ganz großen Säcken?
Nach zwei Stunden treffen sich alle wieder am Dock. Zum Glück ist der Rückweg mit der Strömung und ohne Dusche. Die frische Wäsche freut sich.
Verstauen, Lunch, Wäsche aufhängen und zurück an Land. Nur noch einen Sack Wäsche, Obst und Gemüse, Bier und Metzger. Und wieder zurück, verstauen und wieder aufhängen. Die Pami sieht jetzt aus wie in der „Weiße Riese“ Werbung. Da man im Wind mehr Wäscheklammern braucht als wir an Bord haben, sind im ganzen Cockpit Leinen gespannt… Na ja, es riecht wenigstens gut.

Da kommt die Email von der Borderforce: Wenn wir morgen früh auslaufen wollen, könnte der Kapitän jetzt noch die Papiere abholen. Abends noch mal an Land Essen gehen ginge trotzdem! Wow, toll! So viel Flexibilität und Vertrauen sind wir von Australien wirklich nicht gewöhnt! JD sprintet also los und holt völlig unbürokratisch und ohne erneute Kosten unser Ausklarierungspapier ab.
Das Wichtigste an dieser Aktion ist, dass wir das Dinghi ganz früh morgens schon an den Davits hochziehen können. Sobald die Strömung gegen 7 Uhr einsetzt, wird dies für Mensch und Material nämlich total anstrengend. Also hat JD um 6 das Dinghi hochgeholt und hochseetauglich verteut.
So geht der Tag wieder im Grand Hotel 🤩 (der Name ist etwas übertrieben 🤣) zur Neige und wir sind froh, dass alles so gut gelaufen ist und das große Einkaufen vorbei ist.
