Um uns tost der Wind, bei Hochwasser schlagen die Wellen über das Riff und wir werden ganz schön durchgeschaukelt. Außerdem futtern wir unsere ganzen schönen Vorräte auf, ohne eine Meile voran zu kommen.
Es regnet immer wieder, man mag sich kaum außerhalb des Cockpits aufhalten und trotzdem ist die Stimmung an Bord noch ganz gut.
Es wird viel gelesen, geputzt und Nachmittags werden die großen Spiele rausgeholt. Die Kinder freuen sich, das sie trotz nicht-Segelns Schulfrei haben und sind ziemlich gut drauf. Es ist ja auch fast immer jemand zum plaudern und spielen für sie da.
Gestern war der Höhepunkt des Sturms. Weit über 30 Knoten den ganzen Tag lang, da draußen muss es super ätzend sein. Keine Frage, dass wir noch mindestens einen Tag bleiben. Je nachdem welcher Vorhersage man glaubt, können wir morgen weiter.
Damit sich keiner Sorgen macht: Die Pami könnte da natürlich durchsegeln, aber es wäre ausgesprochen ungemütlich und anstrengend. Auch liegen noch weitere Riffe auf der Strecke, die man ebenfalls als Notstopp anlaufen könnte.
…und dann war da noch der Hai, der den Vogel gefressen hat. Ein Jungtier, das offensichtlich erschöpft, gerade außerhalb Kescherreichweite um die Pami getrieben ist. Ich habe es beobachtet und überlegt, ob man ihm irgendwie helfen kann wenn es näher ran kommt, als ein dunkler Schatten mit einem Affenzahn von unten heran geflitzt kommt. Ein kurzes, heftiges Aufspritzen, mehr ist nicht zu sehen. Der Schatten verschwindet samt Vogel in den türkisen Wellen. Survival of the fittest und der Fitteste war dieser wohl nicht…
