Tag 6 Mellish Reef

Nach diesem dramatischen Vormittag an Tag 5, verläuft der Nachmittag zum Glück besser. JD hatte ja schon vor Tagen das Mellish Reef als eventuellen Notstopp eingeplant.

Da die Vorhersage nun tatsächlich größeres Ungemach verkündet – 4,50 m Welle, 36 kts und solche Sachen – halten wir weiter Kurs auf dieses winzige Eiland mitten in den Weiten des Pazifik.

Nur mit gereffter Genua schaffen wir immerhin mehr als 7 Knoten und es wird schnell klar, dass wir das Riff noch satt bei Tageslicht erreichen können. Wie schon damals beim Beverage Reef, werden die brechenden Wellen auch hier erst kurz vorher sichtbar. Allerdings gibt es hier auch echtes Land! Ein kleines Sandhügelchen bietet tausenden von Seevögeln ein Heim. Das können wir auch schon von weitem riechen!

Die Einfahrt in das Halbmondförmige Atoll ist, dank guter Karten und Beschreibungen, spannend aber nicht schwierig. Die Korallenköpfe sind im türkisfarbenen Wasser gut zu sehen und sitzen auch genau da wo sie sollten. Wir ankern auf 7 m Tiefe im Korallensand und merken sofort, dass der Anker perfekten Halt hat. Hier sind wir vor den großen Wellen sehr gut geschützt und können erst mal in Ruhe abwarten, wie sich das Wetter entwickelt. Auch können sich unsere drei Seekranken, Michel, Bianca und Marius gut erholen und fit in die zweite Etappe starten, wenn es soweit ist.

Mellish Reef. Quelle: Apple Karten
Quelle: Google Maps

Tag 5 geht still und schnell zu Ende. Unsere Körper werden ganz schwer, nachdem das Geschaukel und die ständige Anspannung vorbei ist und alle kriechen früh und dankbar in ihre Betten.

Tag 6 ist schnell erzählt. Mal Regen mal Sonne und viele Vögel um uns rum. Wir putzen, lüften und erholen uns. Ans Weiterfahren ist nicht zu denken. Draußen steppt der Bär und wir sind heilfroh hier ein so sicheres Plätzchen zu haben.

Bei Hochwasser schwappen die Wellen über das Riff und die Pami schaukelt in kleinen schnellen Schupsern. Sowas stört hier aber keinen mehr. An den Guano-Gestank gewöhnt man sich auch, aber das ständige Beseitigen von Vogelschiete, vor allem auf den Solarpaneelen, ist etwas lästig.

Wir sind nicht-einklariert auf Australischem Territorium, daher dürfen wir das Schiff natürlich nicht verlassen. Will aber auch keiner, viel zu windig und auf dieser Insel haben Menschen auch bestimmt nichts zu suchen.

So geht es gemütlich in eine weitere ruhige Nacht.

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