Tag 4

Der Tag beginnt für mich mit der absoluten hammer Sternschnuppe! Meine Wache ist um 5 Uhr, hell wird es aber erst um 6. Als ich das Cockpit betrete, geht rechts ein blutroter, riesiger Mond unter und links zeigt sich ein funkelnder, klarer Sternenhimmel. Nach kurzer Übergabe mit Bianca, richte ich mich gemütlich ein und beobachte die Sterne. Orion steht hier im Süden zwar auf dem Kopf, aber ich freue mich immer meine Lieblings Konstellation zu sehen. Die Plejaden sind auch gut zu erkennen und Venus funkelt erstaunlicherweise grün. Normale Schnuppen sehen wir viele, aber diese eine erscheint genau da wo ich gerade hinsehe. Ein richtig großer, glühender Punkt mit langen Schweif, der sich von den Plejaden bis weit nach Süden zieht. Ich habe so viel Zeit das Phänomen zu beobachten, dass ich am Ende fest damit rechne im Kielwasser einen zischenden Aufprall zu hören. Und dann stelle ich amüsiert fest, das mir tatsächlich, wie sprichwörtlich, der Mund aufgeklappt ist! So besonders war das.

Hernach, mache ich meine Logbuch Eintrag und lese die kleinen gelben Post-its, die unser Käpten netterweise neuerdings hinterläßt: Kurs über 240 Grad halten, scheinbarer Windwinkel nicht über 135 Grad und so was. Auf einem zweiten steht: Im ersten Licht Gennaker setzen! Also wecke ich einen Teil der Crew sobald es mir sinnvoll erscheint. Jetzt können unsere Lehrlinge zum ersten Mal den ganzen Zinnober mitmachen: Gennaker aus der Box und setzen, Genua rein, in den Wind, Groß runter und einpacken, Genua raus, auf Kurs, Gennaker hissen und Genua wieder aufrollen. Wir kommen richtig ins Schwitzen! Es ist auch endlich wärmer geworden, da der kalte Südwind verschwunden ist.

Seitdem zieht uns unser bestes Segel mit 7 bis 11! Knoten, schlingernd durch den Tag und die immer noch stattlichen Wellen. Tolles Segeln!

Die Vorhersage für die kommenden Tage ist etwas entspannter geworden. Wir nehmen aber weiter Kurs auf das Riff und schauen mal, ob wir da Ankern können und wollen.

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