Die Nacht war angenehm ruhig und wir haben das zweite Etmal von 158 Nautischen Meilen in 24 Stunden zurückgelegt. Nicht sehr viel, aber ganz akzeptabel für einen Kurs auf Raumschots, also der Wind kommt von schräg achtern. Wir haben weiter um die 20 Knoten Wind aus südöstlichen Richtungen. Die Welle ist heute Nachmittag ruhiger geworden, wäre schön, wenn es so bliebe.

Unsere Wetteraussichten sind leider etwas unschön, da wieder ein großes Tief von Südostaustralien sich nach Osten in die Tasmanische See aufmacht und damit unsere Südostpassatwinde stark beschleunigen wird. Vorhergesagt sind bis zu 35 Knoten und 3,50 m hohe Wellen. Wie wir damit am Besten umgehen, überlege ich gerade. Auf dem Weg, etwa 330 Meilen voraus liegt ein Riff in dessen Leeseite wir Schutz am Anker finden könnten.
Das erinnert an das Beveridge Riff, in dem wir die Flaute abgewartet hatten, nur diesmal eben anders herum. Immerhin besteht die Chance, dass wir dort noch ebenso im Tageslicht ankommen könnten, um einen Ankerplatz zu finden. Das sind deutlich bessere Aussichten, als diese stürmische Zeit unter Segeln zu verbringen, und es wird Michel bestimmt deutlich besser damit gehen. Ich werde berichten, wie es weiter geht. (JD)

Jana:
Nach dem Mittagessen mache ich mich daran meine Medikamentenbestände nach Seekrankheitstabletten zu durchforsten. Es besteht Bedarf. Bei Bianca und Marius wollen die Seebeine immer noch nicht so recht wachsen. Die Nachtwachen sind zum Glück kein Problem, aber mit gesenktem Kopf Gemüse schnippeln ist nur mit Pausen und Pillen möglich… Aber immerhin ist es möglich!

Zum Glück gehört Tomas zu denen, die völlig immun sind. Daher kann er die Misere, die ich rund um meine Medizinbox entdecke, problemlos beseitigen. Wir haben nämlich Wasser in der Bilge, in der die Boxen stehen! Und in eben dieser Blige lagern auch unsere Kartoffelvorräte für die nächsten zwei Wochen, und die zu verlieren wäre wirklich blöd! Also alles rausholen, waschen, trockenlegen, bähh.
Das Wasser kommt übrigens allerhöstwahrscheinlich vom Küchenwaschbecken, wo es bei unvorsichtigem Spülen über die Arbeitsfläche hinter den Schrank und weiter nach unten fließt. Also erstmal kein Grund zur Besorgnis.
Gestern hatten wir ein Geburtstagskind an Bord! Tomas ist 29 geworden und wir haben natürlich gesungen und hatten sogar einen kleinen Schokokuchen als Überraschung. Er hat sich nicht nur darüber sehr gefreut, sondern einfach über alles bisher, auf seinem ersten Offshore-Tripp. Still und zufrieden ist auch er ein sehr angenehmer Begleiter.

